Unerwartet und viel zu früh ist unser großer, stolzer Monti heute über die Regenbogenbrücke gegangen. Gemeinsam mit Kater Spucki kam Monti ins Tierheim, nachdem sie lange sich selbst überlassen worden waren. Vor ein paar Jahren verloren sie ihr Zuhause (wie genau wissen wir nicht) und waren von da an auf sich allein gestellt. Auch wenn sie das Vertrauen zu Menschen langsam aber sicher verloren, hatten sie einander. Gemeinsam lagen sie in der Sonne, fraßen sich durch die Nachbarschaft und holten sich überall ihre Leckerchen ab – aus entsprechender Distanz natürlich.
Eine Anwohnerin machte uns darauf aufmerksam, dass sich zwei sehr runde Katzen in der Gegend aufhielten, die nirgendwo hinzugehören schienen. Eine sehr engagierte ehrenamtliche Helferin sicherte Monti und Spucki schließlich und brachte sie zu uns – denn keine Katze hat ein Leben auf der Straße verdient.
Im Tierheim dauerte es zwar lange, aber die beiden großen Kater kamen langsam aus ihren Schneckenhäuschen. Auch wenn sie sich weiterhin gerne die allerkleinsten Verstecke teilten: sie freundeten sich mit anderen Katzen an und fühlten sich in der Gegenwart unserer ehrenamtlichen Katzenbetreuer:innen richtig wohl.
Vor ein paar Tagen musste Monti operiert werden – nichts unübliches, auch wenn die Nachsorge bei einer so scheuen Katze natürlich herausfordernd ist. Aber Monti steckte die ersten Tage nach der OP sehr gut weg und war eigentlich auf einem guten Weg. Doch dann fraß er wieder weniger, wirkte noch gestresster als sonst, wenn sich ein Mensch nähert – und war plötzlich nicht mehr da.
Wir sind unendlich traurig, dass wir Montis Fortschritte nicht weiter bewundern können und dass es ihm nicht vergönnt war, noch einmal mit Spucki ein Zuhause zu finden und gemeinsam auf den kleinsten Kratzbäumen der Schwerkraft zu trotzen. Es ist nur ein kleiner Trost, dass Spucki im Katzenhaus vierbeinige Freunde gefunden hat und nicht allein sein muss.
Lieber Monti, wir werden nie vergessen, dass man dich und Spucki auf der Straße für schwangere Katzen gehalten hat – dabei wart ihr einfach tapfere Überlebenskünstler. Wir versprechen, wir kümmern uns gut um Spucki und werden dich nicht vergessen; genauso wenig wie er.
© Foto: Mona Kern