In Erinnerung an Jupp

Schweren Herzens möchten wir mitteilen, dass unser geliebter kleiner Jupp am 16. Mai 2026 plötzlich und unerwartet von uns gegangen ist.

Jupp war ein etwa elf Jahre alter, schwarzer Kater, der 2025 auf der Straße gefunden und vom Tierheim Bonn aufgenommen wurde. Im Tierheim zeigte er sich anfangs eher zurückhaltend und vorsichtig. Vor allem Hände waren ihm immer sehr suspekt, sodass man sich schnell mal ein paar Kratzer zuzog, wenn man zu langsam war und eine Hand es wagte, nur in die Nähe seines Köpfchens zu kommen. Im Tierheim stellte sich dann heraus, dass Jupp einige Vorerkrankungen hatte. Er war FIV-positiv, Schilddrüsen-, Herz- und Nierenkrank.

Es stellte sich im Verlauf aber auch heraus, dass Jupp unheimlich gerne mit Beinen schmuste und den ganzen Tag um sie herumschwänzeln konnte. Als Palliativ-Pflegestelle haben wir Jupp also in unserer Wohnung aufgenommen, wo er sich die erste Woche kaum gezeigt hat. Immer wieder gab es kurze Momente großen Muts, in denen er sich auf halbem Wege aber dann doch anders entscheiden wollte. Wir können uns noch gut an eine Situation erinnern, in der er aus dem Badezimmer stürmte, nur um dann im Flur festzustellen, dass im Wohnzimmer ja Menschen sitzen und dann wie festgefrohren da stand.

Eines Nachmittags hatte er wieder einen dieser Mutanstürme, bei denen er dann aber merkte, dass ja Beine durch die Wohung laufen, mit denen man schmusen kann. Von da an war er wie ausgewechselt. Jupp hat sich nicht mehr versteckt und wurde immer zutraulicher. Er begann zu spielen, lag mit uns auf der Couch, schlief mit uns im Bett und hatte sogar kein Problem mehr mit Händen. Er schien sich bei uns sehr wohl zu fühlen und lebte sich super ein.

Nur an seinem Nierenfutter hatte er immer mal wieder etwas auszusetzen und brachte seine Dosenöffner damit hin und wieder der Verzweiflung nahe. Aber mit Hühnchen bekam man selbst Jupp wieder überzeugt.

Doch er gab uns so viel zurück. Er brachte eine gewisse Ruhe und Ausgeglichenheit in unser Leben, begrüßte uns nach langen, harten Arbeitstagen und war einfach da. Er wurde zum festen Bestandteil unserer Familie.

Auch unseren gesicherten Balkon genoss er ausgiebig und zeigte hin und wieder, dass womöglich auch ein Funken Orange-Cat in ihm steckte, wenn er sich mal wieder sonnte. Auch bei sonst gehassten Tierarzt-Besuchen wurde er immer entspannter und seine Blutwerte verbesserten sich zum Teil sogar. Deshalb war unsere Hoffnung groß, dass er möglicherweise noch einige Jahre mit uns verbringen würde. Doch diese Hoffnung zerplatzte eines Morgens urplötzlich, als er seinen letzten Atemzug nahm.

Jupp, du warst der bravste und feinste Kater, den wir uns hätten vorstellen können. Wir vermissen dich von Tag zu Tag so sehr! Wir werden dich für immer und ewig in unserem Herzen tragen!

Wir möchten uns hiermit auch bei allen bedanken, die uns so tatkräftig unterstützt haben. Vielen Dank.

© Text & Fotos: Lina & Marvin

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