Über ein Jahr lang haben wir Karlchen begleitet und in all der Zeit gehörte er zum Katzenhaus wie kaum ein Anderer – und das obwohl er sich absolut nicht in den Vordergrund gedrängt hat. Karlchen kam als Fundkatze ins Tierheim und hat uns von Anfang an gezeigt, dass er gerne seine Ruhe haben möchte. Und seine Ruhe fand er bei den anderen scheuen Katzen und in seiner geliebten kleinen Gartenhütte. Dort saß er bei Wind und Wetter und regierte über das Katzenhaus. Karlchen war präsent und er war stolz. Wenn er sich den Futternäpfen genähert hat, hatte er das Buffet für sich. Während die anderen Katzen sich ihre Verstecke gerne teilen, blieb Karlchen in seiner Hütte lieber für sich. Bei seinen Streifzügen durch den Garten begleitete ihn immer wieder seine Katzenfreundin Gundel, die ihn nun bestimmt auch schmerzlich vermisst.
Vor einigen Wochen hatte Karlchen eine auffällige Stelle am Maul, die sich leider als bösartige und aggressive Form von Krebs herausstellte. Nach der Entfernung konnte er ins Katzenhaus zurückkehren und genoss in den letzten Tagen das schöne Sommerwetter versteckt im hohen Gras neben den anderen Katzen. Vergangene Woche fielen dann leider weitere, schnell fortschreitende Symptome auf, sodass wir Karlchen heute schweren Herzens gehen ließen.
Von seinem Lieblingsplatz aus hat Karlchen Ruhe und Sicherheit ausgestrahlt – denn er war immer da. Nun hinterlässt er eine große Lücke. Die leere Gartenhütte wird Mitarbeitende, Ehrenamtliche und bestimmt auch seine vierbeinigen Mitbewohner noch lange an Karlchen erinnern. Mach’s gut, Karlchen – du wirst nicht vergessen werden!



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