Leider mussten wir uns heute nach nur wenigen Tagen von Matilda verabschieden.
Die ältere Kanichendame wurde erst vor ein paar Tagen bei uns abgegeben, bereits am Tag der Abgabe fiel uns auf, dass Matilda in keinem wirklich guten Zustand war. Die Augen waren eitrig, sie war abgemagert bis auf die Knochen und die Krallen waren viel zu lang.
Bei der ersten tierärztlichen Untersuchung einen Tag nach ihrer Abgabe kamen noch weitere Auffälligkeiten hinzu. Sie knirschte sehr viel mit den Zähnen, was eine massive Schmerzäußerung ist und ihre Bewegungen wirkten allgemein sehr unrund. Beim Abtasten fühlte man eine Umfangsvermehrung, vermutlich an der Gebärmutter. Bei der Blutabnahme fiel auf, dass der Kreislauf recht schwach war. Wir hatten trotzdem noch Hoffnung, setzten sie auf Schmerzmittel und Antibiose und päppelten sie mit speziellem Brei, da sie nur sehr wenig selber fraß.
Matilda zog sich sehr zurück und lies alles brav über sich ergehen. Als nun aber auch noch beginnende Atemprobleme hinzu kamen und die Schmerzen offensichtlich trotz Schmerzmedikation nicht besser wurden, entschieden wir uns sie von ihrem Leiden zu erlösen.
Zurück bleiben für uns vorallem Fragen. Warum fiel nicht auf, dass Matilda in einem so schlechten Zustand war? Warum besuchte man mit ihr keinen Tierarzt?
Uns ist bewusst, dass Kaninchen meist still leiden und vor allem unerfahrenen Haltern kleine Unterschiede nicht auffallen. Als Halter sollte man hier immer auf die kleinsten Anzeichen achten und das Kaninchen regelmäßig durchchecken, sodass Unterschiede z.B. im Gewicht zeitnah auffallen und man dementsprechend zügig einen Kaninchenkundigen Tierarzt aufsuchen kann.
Wir sind uns sicher man hätte Matilda noch helfen können, wenn man rechtzeitig gehandelt hätte. Wir sind unendlich traurig, dass wir sie nun nur noch auf ihrem letzten Weg begleiten konnten.
Machs gut, Süße!
© Fotos: Katja Brodesser