In Erinnerung: Maui

Als vor über sechs Jahren der Anruf kam, dass Deine Besitzer Dich einschläfern lassen wollten und ob wir Dich aufnehmen können, war die Antwort klar – Du solltest eine Chance bekommen.

Schnell stellte sich heraus, dass viele Deiner Themen verhandelbar waren, einige nicht. So war jeder Dir fremde Mensch ein rotes Tuch – bis zum Schluss. Entgegen der vorherigen Aussagen warst Du dafür nicht völlig unverträglich mit Artgenossen. Einzelne Menschen konnten sich in Dein Herz schmeicheln und sobald sie Dich einmal erobert hatten, hast Du sie auch niemals wieder vergessen.

Ein Zuhause für Dich zu finden war eine Herausforderung, das war von Anfang an klar, doch niemand wollte die Hoffnung aufgeben.

Irgendwann wurden Deine Beine schwer … nur noch eine OP konnte Abhilfe schaffen, zumindest für eine gewisse Zeit. Dann kamen die Schmerzen an anderer Stelle doppelt und dreifach zurück und sämtliche Möglichkeiten waren ausgeschöpft.

Sechs von Deinen neun Lebensjahren hast Du nur das Tierheim Dein Zuhause nennen können. Aber genau das war es am Ende nun mal – Dein Zuhause!

Deine Pfleger:innen, die Dich liebten, Deine Ausführerinnnen und Ausführer, die mit Dir so viel Schabernack treiben durften und immer mal wieder ein ausgewählter Hundekumpel, mit dem Du Spaß haben konntest. Nicht selten hast Du uns alle zum Lachen gebracht. Manchmal schon früh morgens zum Dienstbeginn, als wir sahen, dass Du mal wieder entschieden hattest, Deine Box auf den Kopf zu stellen, weil unsere Inneneinrichtung nicht Deinen Vorstellungen entsprach. Oder in so mancher Mittagspause, wenn Du über die Wiese gejagt bist wie der fliegende Podenco, der fast abhob, und das nicht nur wegen Deiner unfassbar großen und süßen Ohren. Und an vielen Abenden, an denen Du mit Deinen Ausführer:innen den Rekord im Kuscheln aufgestellt hast. Diesen Sommer konntest Du noch zweimal beim Hundeschwimmen alle in den Schatten stellen und hast jedes Spielzeug erfolgreich vor dem Ertrinken gerettet.

Zuletzt wurden Deine Wege kürzer, Dein Körper schwächer und Deine Kraft ließ nach. Trotz eines kleinen Hochs, welches Dir Medikamente noch bescheren konnten, war Deine Zeit gekommen. Ein Wochenende lang durftest Du noch mal erfahren, wie es ist, in einem warmen Zuhause geliebt zu werden, so wie Du es verdient hattest, Maui. So sehr verdient. Wir danken Sarah, die alles möglich gemacht hat, um ihn für das Wochenende aufnehmen zu können, für die liebevolle Umsorgung in den letzten Stunden und hoffen, dass genau dieses warme Gefühl jetzt das ist, was Maui für immer bleibt.

Wir danken allen, die Maui die Zeit im Tierheim so schön wie möglich gemacht haben. Maui hat in seiner Zeit viele Herzen berührt und unser Leben bereichert. Wir haben mit ihm gelacht, geweint und eine Menge gelernt. Er war ein Teil von uns allen und wird es auch für immer bleiben. Mach’s gut, Maui.

27.10.2025

© Fotos: Lenja Horn, Sarah Prause

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