Ehemaligen-Post: Maya

vom 17.11.2020

Liebes Tierheim-Team,

Ich wollte Ihnen hiermit Informationen zu Morgana (ehemals Maya) zukommen lassen. Am 23. März diesen Jahres habe ich die kleine Hexe zu mir geholt. Ich hatte schon Wochen vorher Ihre Anzeige von Ihr gelesen. Ich hatte zwar immensen Respekt vor der Aufgabe und den Konsequenzen (ob sich wohl mein Kater mit ihr verstehen würde?), aber irgendetwas an ihr lies mich nicht los.

 

 

Und so bezog sie an einem sonnigen Tag ihr eigenes Zimmer. In den folgenden Tagen kam sie etwas zur Ruhe und konnte sich an unseren Rhythmus gewöhnen. Nach und nach probierte ich Ihr mit einem Teleskopstab mit Feder und Leckerli deutlich zu machen, dass Berührung nichts schlimmes ist. Am 08. April, 1.5 Wochen nach Ankunft hatte ich die eisbrechende Idee unter uns Frauen: ich bürstete Ihr Fell. Glänzend und schnurrend genoss die Gute die Prozedur und unsere Bindung wurde im rasanten Tempo eng und innig. Sie ist eine wahnsinnig verschmuste Katze und kann mehrere Stunden am Stück neben bzw. auf einem liegen und Streicheleinheiten und die Nähe geniessen. Kater Kalle konnte mit seiner etwas trampeligen Art ihr Herz zwar nicht erobern, jedoch tolerieren und akzeptieren sich die beiden auf genügend Abstand. Der Umzug in die neue Wohnung mit Garten hat auch super geklappt.

Leider gab es bereits von Beginn an Probleme. Mit etwas Ausprobieren habe ich herausgefunden, dass Madame zwei Toiletten braucht. In eine hat sie lediglich das große Geschäft gemacht, in die andere das Kleine. Seit dem Tag, an dem Morgana auf Wunsch Freilauf hat, hat sie über den Sommer eine wirkliche Hochphase hingelegt. Schmerzmittel konnte ich komplett absetzen. Wenn man sie ruft, dann kommt sie angedüst (!!!) und schnurrt, was das Zeug hält. Sie geniesst es in der Sonne zu liegen und den Tag zu verdösen. Nachts ist sie gern auf Streifzug.

 

Leider gab es letzte Woche wieder einen kleinen Rückschlag, sie hatte einen großen Abszess im Bereich des unteren Rückens- am ehesten nach einer Kampfverletzung. All das macht sie wirklich vorbildlich mit. Kein Beissen, kein Kratzen, kein großes Wehren gegen die Maßnahmen. Zwar braucht es einige Zeit und viel gutes Einreden und beim Baden ist auch immer ein Murren dabei, aber sie hebt sogar die Pfote, damit ich sie besser waschen kann. Beim Tierarzt ist sie bislang auch immer sehr brav gewesen und hat zum Beispiel bei der Blutabnahme noch nicht mal groß gezuckt.

Kleiner Schmankerl am Rande: nach dem Tierarztbesuch (die hatte sie bei mir bislang immer super mitgemacht), hatte ich extra Leckerlis eingepackt zur Belohnung danach. Darauf hatte Madame aber einfach keine Lust. Einen kleinen Happen von meinem Burger mit einem Hauch Käse jedoch wurde fast mit einem Teil meines Fingers runtergeschlungen. Die kleine Hexe hat nämlich eine ungebrochene Vorliebe für Menschenfutter- egal was! Hauptsache Menschen könnten es auch essen

Zusammenfassend geht es ihr soweit trotz aller Gebrechen gut. Sie lebt aktuell vorwiegend im Wintergarten und geniesst die Fußbodenheizung. Ich bewundere die Katze sehr für Ihre kriegerische Stärke- ich habe das Gefühl, dass sie sich einfach durch nichts runterkriegen lässt. Gleichzeitig bewahrt sie sich eine ungebrochene Sanftheit, die ich so von meinem Kater nicht kenne. Ich bin wirklich dankbar sie in meinem Leben zu haben, auch wenn es nicht immer einfach ist.

Liebe Grüße  Michaela D. Foto Privat

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