Tierschutz Bonn u. Umgebung e.V.
Tierheim Albert Schweitzer

Tiervermittlung Katzen Hunde Kleintiere

Post von Daisy (jetzt: Fussje)

vom 7.11.2018

Liebes Tierheim Team,

vor mehr als anderthalb Jahren ist Fussje zu mir gezogen, und ich wollte denen, die sich liebevoll um sie gekümmert haben als sie so krank war, ein bisschen von ihr erzählen. Das Wichtigste: es geht ihr im Moment richtig gut! Die ersten Monate waren nicht ganz einfach, weil sie nach der Chemotherapie keinen Appetit hatte, nicht fressen wollte, ganz oft Durchfall hatte und so das Wenige, das sie aufnahm, gleich wieder verlor. Aber dann ging es ganz allmählich immer besser, sie verdrückte immer größere Mengen und nahm endlich zu. Nach einigen Monaten hatte sie über 5 Kilo mehr auf den Rippen, der Tierarzt grinste und meinte, er könne sich gar nicht mehr vorstellen, dass wir mal um jede einzelne Krokette gekämpft haben – und jetzt habe ich das Luxusproblem, dass ich ein bisschen auf ihre Figur achten muss.

Das findet sie natürlich überhaupt nicht gut. Bei jedem kleinsten Geräusch aus der Küche kommt sie angeschossen, baut sich vor mir auf und versichert mir mir großen Augen, dass sie ein gaaanz armer Hund ist und schon seit Tagen keine vernünftige Mahlzeit mehr hatte. Sie ist eigentlich immer noch sehr zurückhaltend und nie aufdringlich, aber wenn es ums Essen geht kann man schon mal ein bisschen Einsatz zeigen. Ich muss dann meistens lachen, aber sie hypnotisiert mich unbeeindruckt weiter und gibt erst auf, wenn ich mich demonstrativ umdrehe.

Der Krebs scheint stabil zu sein, nach Aussage des Tierarztes, der sie regelmäßig kontrolliert, ist der Zustand der Vaginalschleimhaut nach wie vor unverändert. Ich finde aber schon, dass es eine Verbesserung gibt, denn das kleine Stückchen, das man von außen sehen kann, hat schon seit Monaten eine ganz normale hellrosa Farbe, überhaupt keine blutigen Pusteln mehr. 
Sie hat noch gelegentlich epileptische Anfälle, die aber so weit auseinander liegen (meistens etwa 2 Monate), dass sie deshalb keine Medikamente bekommt. Insgesamt ist sie viel, viel ruhiger und sicherer geworden, die furchtbaren Alpträume, die ihr (und mir) eine ganze Zeitlang  wenig erholsame Nächte bescherten, haben fast vollständig aufgehört. Manchmal ist sie so cool, dass ich völlig platt bin! Während sie anfangs noch in Panik geriet, wenn ich mit dem Staubsauger ankam, kann ich jetzt sozusagen an ihrem Kopf vorbeisaugen und sie hebt gerade mal mißbilligend eine Augenbraue. Am Silvesterabend waren wir noch spazieren, während ringsum schon das Geballere losging; sie erschrak, sah mich an, stellte fest, dass ich ruhig weiterging – und ging dann auch einfach weiter, völlig unbeeindruckt. Unglaublich! Der gleiche Hund steht mit allen 4 Pfoten in der Luft, wenn mein Handy klingelt!
Im Übrigen hat Madame neben ihrem “normalen” Tierarzt um die Ecke und der freundlichen Homöopathin, die sich um ihre Angstzustände kümmert, jetzt auch noch einen Osteopathen! Nachdem sie im Sommer auf einem Spaziergang plötzlich kaum noch laufen konnte habe ich sie mit einiger Panik dort hin geschleppt. Es war Gottseidank nichts wirklich Schlimmes; die Rückenmuskeln waren am Ende der Wirbelsäule extrem verhärtet, was ihr wohl große Schmerzen bereitet hat, und das schon lange. Deshalb lief sie schon in Bonn nicht so richtig “rund” und setzte sich auch nie, weil ihr das weh tat. Der Arzt meint, dass die Wirbel wohl durch einen extrem heftigen Schlag oder Tritt gestaucht wurden…  Inzwischen hatte sie einige Behandlungen und läuft wieder viel geschmeidiger (manchmal galoppiert sie durch den Garten wie ein junges Pferd…) und setzt sich auch hin und wieder – dabei sieht sie dann immer völlig überrascht (und ein bißchen dumm) aus, und ich muss mich zusammenreißen, damit sie nicht denkt, ich lache sie aus.
Die Hitze hat uns beiden ziemlich zu schaffen gemacht, sie verzog sich schon am frühen morgen unter ihre Lieblingshortensie ganz hinten im Garten und tauchte den ganzen Tag nicht mehr auf. Spazieren waren wir dann mitten in der Nacht, wenn die Temperaturen etwas erträglicher waren. Jetzt genießt sie sichtlich den Herbst mit seinen intensiven Gerüchen und ist ständig völlig aus dem Häuschen. Meistens überlasse ich ihr, wohin und wie lange sie laufen möchte, und sie schein immer genau zu wissen, was sie sich zumuten kann, und sie hat auch immer ganz klare Präferenzen. An manchen Tagen will sie offenbar ihr Revier kontrollieren und läuft stur wie ein Panzer immer die gleiche Strecke, an anderen ist sie auf Abenteuer aus und sucht sich neue Kombinationen oder will plötzlich unbedingt einen Weg laufen, den sie bis dahin immer strikt verweigert hat. Unsere Spaziergänge dauern unter ihrer Regie immer ziemlich genau 2 Stunden, egal, welche Streckenkombination wir nehmen. Keine Ahnung, wie sie das anstellt. Es kommt aber auch immer wieder vor, dass sie auch nach 3 Stunden noch weiter laufen würde und ich einschreiten muss, weil ich weiß, dass sie danach fix und fertig ist. Ich kann manchmal gar nicht glauben, dass aus der stillen, schüchternen, erschöpften Daisy dieses Energiebündel geworden ist! 
Im Vermittlungsgespräch sagte mir jemand, dass sie ein Träumchen sei, und ich dachte damals “naja, ein bisschen Werbung muss halt sein” – aber es war einfach nur die Wahrheit. Diese Hundedame kann zwar unsagbar stur sein, aber sie ist das sanfteste, friedlichste, liebste Wesen, das man sich vorstellen kann, und ich habe meine Entscheidung nicht eine Sekunde lang bereut. Ich hätte nie zu hoffen gewagt, dass sie sich gesundheitlich so stabilisiert, und dass das Leben mit ihr so einfach ist.
Deshalb möchte ich jedem, der nicht unbedingt einen Joggingpartner sucht, Mut machen, auch einem schon etwas älteren, möglicherweise auch kranken Tier eine Chance zu geben. Es lohnt sich!!!
Ganz  herzliche Grüße von uns beiden!
Irene M. + Fussje
 
 
Ich hänge einige Fotos an, noch von letztem Jahr, dieses Jahr war nicht sehr ergiebig, weil sie ja die meiste Zeit unter irgendeinem Busch lag 🙂

© Fotos: Privat


  

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