Immer öfter kontaktieren uns Tierliebhaber in der Vermittlung, die in den Jahren, die auf ihren wohlverdienten Ruhestand folgen, endlich die notwendige Zeit finden, ein Tier bei sich aufzunehmen.
Uns ist es wichtig, wenn Menschen fortgeschrittenen Alters, also etwa ab 70 Jahren, ein Tier bei sich aufnehmen, offen und ehrlich zu thematisieren, was aus diesem wird, sollte den Besitzern etwas zustoßen oder sollten sie sich nicht mehr in der Lage sehen, es zu versorgen.
Verantwortungsbewusst geht es darum, den neuen tierischen Mitbewohner bei einer Krankheit, einem Umzug in ein Wohnstift oder gar schlimmstenfalls nach dem eigenen Tod versorgt zu wissen. Denn nichts ist schlimmer für einen Hund oder eine Katze, als noch im hohen Alter im Tierheim zu landen. Generell ist es immer ratsam, dass betagte Menschen eher Tiersenior zu sich nehmen und keinen jungen Hüpfer oder Welpen, dem sie oft auch körperlich kaum gewachsen sind.
So konnte Katze „Baby“, selbst schon im zweiten Frühling, zu einer jung gebliebenen, etwa 70-jährigen Dame umziehen. Frau B. war in Begleitung ihrer Tochter ins Tierheim gekommen. Sofort hatten die Damen Katze „Baby“ gemeinsam ins Herz geschlossen und „Baby“ bezog ihr Domizil auf 2 Etagen. Es war schön zu wissen, dass die Katzenseniorin auch künftig versorgt sein würde.
Ein weiteres Beispiel ist Katze Frieda. Die Interessenten waren sich sehr wohl ihres eigenen Alters bewusst und sprachen dies direkt an: Frieda wurde gar doppelt versorgt und zog in eine Wohngemeinschaft mit mehreren Generationen.
Ein nettes, altes Ehepaar (84 und 85 Jahre alt) hatte gerade seinen letzten Hund verloren und suchte nun einen neuen Begleiter, der auch nicht mehr der Jüngste sein sollte. Unsere Hundepfleger schlugen den 10-jährigen Hassan vor, der ein trauriges, entbehrungsreiches Leben hinter sich hatte, und dem wir alle noch so sehr einen schönen Lebensabend gönnten. Nach einem gegenseitigen Kennenlernen wurde bei einem Vorbesuch verbindlich abgeklärt, wer der jüngeren Angehörigen des Ehepaars Hassan übernehmen würde, sollte den beiden etwas zustoßen. So konnte Hassan schon bald in einen schönen Bungalow mit Garten umziehen. Wie sich im Laufe der ersten Tage herausstellte, war Hassan zwar nicht stubenrein und zeigte ab und an auch schon einmal die Zähne, doch um nichts in der Welt hätten die beiden Senioren sich wieder von ihm getrennt. Der Ehemann ging ab sofort einfach alle 2-3 Stunden mit Hassan spazieren – ein Fitnessprogramm für beide! Hassan konnte bald schon ohne Leine laufen und genoss schnell, von morgens bis abends beschmust zu werden.
Das Wohl der Tiere steht natürlich für uns immer im Vordergrund. Es sollte dem Interessenten bei einer verantwortungsvollen Tiervermittlung nicht darum gehen, persönliche Vorlieben zu befriedigen und nur im Jetzt und Hier zu entscheiden. Nehmen Sie sich bitte die nötige Zeit für eine solche Entscheidung, und sprechen Sie uns an; die oben beschriebenen Beispiele sind keine Einzelfälle.
Eine gelungene Vermittlung ist die, von der beide Seiten profitieren: Der Hund oder die Katze macht die alten Menschen glücklich und bereichert ihr Leben, die alten Menschen machen den Hund oder die Katze glücklich und bewahren das Tier so vor einem traurigen Lebensabend im Tierheim.
js