Im Dezember 2014 nahmen wir eine 17 jährige taube und nierenerkrankte Katze auf. Die Zeit im Tierheim setzte ihr sehr zu. Ende Januar 2015 gelang es Stupsi ein neues Zuhause zu finden. Ihre neue Familie hatte sich gezielt für Stupsie entschieden. So zog die Seniorendame zu 4 Hundefellnasen und erlebte bis zum 03. Juni 2015 eine schöne Zeit. Der Bericht soll Menschen Mut machen einem älteren und/oder auch kranken Tierheimtier gezielt noch eine schöne Zeit zu bescheren:
Liebe Frau Reuter, 7 Wochen ist es her, dass ich Ihnen zuletzt geschrieben habe und Stupsi hat diese Zeit noch in vollen Zügen genossen. Sie hat sich immer wieder neue Liegeplätze im Garten gesucht – auf einer der Gartenbänke, im Gras unter den Blättern eines Gewächses, versteckt in einer Kuhle zwischen zwei Sträuchern oder mit einem der Hunde auf den Kissen auf der Terrasse und abends mit uns und den Hunden auf dem Sofa. Die letzten 2 Wochen lag sie am liebsten im Kräutergarten zwischen Lavendel und Melisse und dort werden wir sie auch beerdigen. Obwohl sie (für ihre Verhältnisse) gut und regelmäßig gefressen, blieb sie trotzdem schrecklich dünn und rappelig. Ende letzter Woche stellte sie von einem Tag auf den nächsten das Fressen ein, am Montag dann auch das Trinken. Wir waren uns einig, dass wir sie diesmal ihren Weg gehen lassen und nicht mit Zwangsernährung und Infusionen nochmal versuchen, das Ruder herumzureißen. Ihre Nierenwerte waren weiterhin grottig schlecht.
Am Montag suchte sie ihre verschiedenen Liegeplätze im Garten auf, sogar bis zum Nachbargrundstück hat sie sich erstmalig noch vorgewagt und wäre dort um ein Haar noch in den Teich gefallen. Gestern fiel ihr das Laufen schwer, sie schlief viel und genoss es, wenn ich bei ihr saß oder sie auf dem Schoß hatte. Die letzten beiden Nächte habe ich mit ihr zusammen auf dem Sofa verbracht, heute Nacht berührte sie immer wieder mit ihrer Pfote meine Hand oder drückte ihren Kopf hinein. Sie fand es schön, Kinn und Brust gestreichelt zu bekommen und dabei ist sie heute Morgen auch gestorben. Wir hatten gestern besprochen, dass ich heute die Tierärztin kommen lasse, weil ich Sorge hatte, dass es zu viel für sie wird, doch die kleine tapfere Maus hat es doch ganz alleine geschafft. Sie ist gut von der Welt gekommen, ich habe sie bis zur Brücke gebracht und hoffe, auf der anderen Seite stand ihr lebenslanges, ihr „richtiges“ Frauchen u. Herrchen und haben sie in Empfang genommen (Anm: Stupsi war ein Abgabetier aufgrund der schweren Erkrankung des Besitzers).
Es war schön, Stupsi hier zu haben, ich hab sie sehr lieb gehabt und ich glaube, nachdem sie den anfänglichen Schockzustand über ihre abrupte Lebensänderung verdaut hatte, fand sie es auch ganz okay bei uns. In ihrem Namen möchte noch eine Lanze dafür brechen, bei Vermittlungen den Mut zu haben, auch hundeunerfahrene Katzen mit katzenerprobten Hunden zu vergesellschaften. Wenn selbst Oma Stupsi diese Aufgabe mit Bravur gemeistert und letztlich das Zepter in der Hand gehalten hat, schaffen andere das auch, da bin ich sicher.
Anbei sende ich Ihnen noch ein paar Fotos von der Süßen und bedanke mich, dass Sie uns Stupsi anvertraut haben.
Traurige Grüße Familie P.