Halsbänder: lebensgefährlich für Katzen

Kitty trägt es nur für's Foto
Kitty trägt es nur für’s Foto
Noch immer trägt eine große Anzahl von Katzen ein Halsband – oft schlimmer: eines mit Anhänger und/oder Glocke. Auch in der Werbung oder auf Züchterseiten finden sich gar nicht selten Tiere mit Halsband abgebildet. Das Angebot in den „Fach“geschäften ist vielfältig und folgt dem modischen Trend. Auch Parasitenhalsbänder gibt es in unterschiedlichen Ausführungen und Farben.

Die Katzenhalter möchten mit einem Halsband deutlich machen, dass das Tier ein Zuhause hat; der Adressanhänger soll eine sichere Rückführung ermöglichen, und eine Glocke soll die Katze am Fangen von Vögeln hindern. Den wenigsten Menschen ist bewusst, dass ein Halsband – erst recht eines mit Anhängsel – Stress pur für das Tier bedeutet und zu lebensgefährlichen bis tödlichen Verletzungen führen kann.

Gefahrenquelle Halsband
Gefahrenquelle
Ein Halsband wird bei der Katze relativ eng gezogen um zu verhindern, dass es vom Tier abgestreift wird. Denn das ist es, was die Miez will: das „lästige Ding“ so schnell wie möglich los werden! Es drückt das Fell gegen den Strich hinunter, es engt ein und es juckt darunter.
Befinden sich nun noch ein Adressanhänger oder gar eine Glocke daran, wird die Tortur unerträglich. Der Adressanhänger klimpert gegen jedes Hindernis, die Glocke sorgt für eine Dauerbeschallung der hochempfindlichen Katzenohren. Eine sichere Orientierung über dieses wichtigste Sinnesorgan ist der Katze nicht mehr möglich. Katzenhalsbänder sind Tierquälerei!

Und sie sind lebensgefährlich!

In einem Schreiben des Deutschen Tierschutzbundes, das ich auf Anfrage mit der Genehmigung zur Verwendung erhielt, heißt es u.a.:
»Von Katzenhalsbändern geht eine bisweilen tödliche Gefahr aus: Bei der Fellpflege, beim Spielen oder Klettern, können die Tiere in den Halsbändern hängen bleiben, Quetschungen erleiden, sich strangulieren – im schlimmsten Fall mit tödlichem Ausgang. Daher warnt der Deutsche Tierschutzbund alle Katzenhalter davor, ihrem Stubentiger auf Freigang (Anm.: Katzen, die nur in der Wohnung leben, sind gleichermaßen gefährdet) ein Halsband umzubinden. Immer wieder werden verletzte Katzen in die Tierarztpraxen eingewiesen: Sie sind bei der Fellpflege (Anm.: vor allem aber bei dem Versuch das Halsband abzustreifen) mit der Vorderpfote in das Halsband geraten und haben schwere Gewebequetschungen erlitten; beim Klettern (Anm.: oder nur beim Streifen durch Buschwerk) sind sie hängen geblieben und haben sich stranguliert. Die solcherart gefangenen Tiere geraten nicht selten in Panik und strangulieren sich im schlimmsten Fall zu Tode.«

Felicias wurde gerettet
Felicias wurde gerettet
Leider ist auch eine nicht unbeträchtliche Zahl der überfahrenen Katzen Träger von Halsbändern. Die Tiere verfangen sich mit der Pfote im Halsband, versuchen auf drei Beinen nach Hause zu kommen und verunfallen dann, weil sie nicht mehr schnell genug sind. Die traurige Erfahrung zeigt, dass sich die sogenannten „Sicherheitsverschlüsse“ meistens nicht öffnen.

Angesichts dieser Fakten ist es nicht nachzuvollziehen, dass Halsbänder völlig unbedenklich verkauft werden. Sogar Tierarztpraxen bieten Parasitenhalsbänder für Katzen an.

Katzen wollen, dürfen kein Halsband tragen und sie brauchen es nicht!

  • Zum Parasitenschutz gibt es bei Ihrem Tierarzt wirkungsvolle spot-on-Präparate.
  • Die sicherste Kennzeichnung erfolgt über einen Mikrochip, der (narkosefrei) vom Tierarzt eingesetzt wird. Die Chipnummer muss natürlich bei TASSO registriert werden; dann ist eine zweifelsfreie Identifizierung und Rückführung möglich. Alle Tierschutzvereine, jeder Tierarzt, die Tierrettung und mittlerweile einige Straßenmeistereien verfügen über die Geräte, die die Chipnummer auslesen können.
  • Es entspricht nicht den Tatsachen, dass Katzen den Vogelbestand dramatisch dezimieren. Die fortschreitende Urbanisierung, Umweltgifte und daraus resultierende Krankheiten richten weitaus größeren Schaden unter den heimischen Vögeln an. Katzen erjagen nur junge, unerfahrene oder durch Krankheit geschwächte Tiere – da hilft auch keine Glocke! Für einen erwachsenen, gesunden Vogel stellt eine Katze keine Gefahr dar. Die wenigsten Katzen sind dauerhafte Vogeljäger. Wenn es dennoch gilt, ein Nest in einem Baum zu schützen, kann man den Stamm mit selbstgebauten oder zu kaufender Manschetten umgeben, so dass Katzen nicht mehr hochklettern können.

Bitte ersparen Sie Ihrer Katze eine sinnlose Belastung und lebensgefährliche Bedrohung.

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Ulrike Schnappat

Öffnungszeiten: Fr. und Sa., 14–17 Uhr
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