Das Unrecht ist so groß … fangen wir an, es zu beenden

csm_2014_02_TIER_DES_MONATS_847b6d7884Animals‘ Angels ist ein international engagierter Verein, der gegen das Leid durch Tiertransporte kämpft. Jeden Monat berichtet der Verein von einem persönlichen Schicksal. Dies ist die Geschichte von Maria:

»Maria
hat „ausgedient“. Sie wird zusammen mit anderen „Zucht“-Schweinen von Nordspanien durch ganz Frankreich nach Belgien transportiert. María und die andern sind zu alt geworden. Sie taugen nicht mehr für die Zucht und sollen nun in Belgien geschlachtet werden. Mehr als 15 Stunden Fahrt liegen vor ihnen.

María ist viel kleiner als die andern. Sie wirkt verängstigt und dabei doch trotzig. Sie steht bedrängt in einer Ecke und vertreibt mit einem wütenden Grunzen alle, die ihr zu nahe kommen. Ich strecke durch die Gitter die Hand nach ihr aus: „Komm, María, komm…“

Die Augen
der Schweine sind ja unseren ganz ähnlich. So schaut sie mich sehr verwandt an. Ich spüre, wie sie die Situation verstehen will. Sie gibt sich einen Ruck, schüttelt ihren Kopf und kommt mir entgegen. Ich kraule, kratze sie hinter den Ohren. Sie genießt die Zuwendung. Plötzlich ist María wie ausgewechselt. Sie wendet sich ab, scharrt mit den Hufen in der Einstreu, schiebt sich an den andern vorbei und grunzt laut und eindringlich. Hat ihr meine Berührung Lebensmut gegeben, Hoffnung? Und Vertrauen? Wird sie nun auch dem nächsten Menschen vertrauen, der sie berührt? Das wird ihr Mörder sein. Mir kommen die Tränen.

Höhepunkt.
Als der lange Transporter abfährt, hoffe ich, dass sie auf ihrer Reise ein paar Stunden erlebt, in denen sie nicht gelähmt vor Angst in der Ecke steht. Für „Zucht“-Schweine stellt die Fahrt zum Schlachthof oft den Höhepunkt ihres Lebens dar. Zum ersten und einzigen Mal in ihrem Leben atmen sie frische Luft und spüren den Wind auf ihrer Haut. Zum ersten Mal sehen sie Sonnenlicht und Menschen und Landschaften vorbeiziehen.

Kontakt bis zum Schluss.
Neugierig schaut María aus dem Transporter heraus. Sie wird Kontakt aufnehmen mit jedem, der ihn erwidert. Bis zum letzten Blick. Zur letzten Berührung. Zum letzten Atemzug.«

 

Jeder von uns kann sofort beginnen, seinen Teil dazu beizutragen, damit die Ausbeutung und Versklavung von Tieren aufhört. Überprüfen wir unsere eigene Nutzung, z. B. durch Fleisch, Milchprodukte, Eier, Wolle, Leder – jeder Schritt zählt.

»Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann – tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde.« (Margaret Mead)

Öffnungszeiten: Fr. und Sa., 14–17 Uhr
(und Termine nach Vereinbarung)