Der liebe Harro hatte eine sehr traurige Vergangenheit: Zeit seines Lebens musste er in einem notdürftig zusammengeschusterten Zwinger auf einem Bauernhof in Bayern sein Dasein fristen. Als der Bauer starb und sein Sohn für den Hof zuständig wurde, kümmerte sich dieser so gut wie gar nicht mehr um den freundlichen Rüden. Manchmal schaffte Harro es, seinem Gefängnis zu entkommen, doch immer wieder wurde er eingefangen und musste zurück in Einsamkeit, zu Hunger und Eintönigkeit. Als die Ämter auf diese rechtswidrige Haltung aufmerksam wurden, wollte der Jungbauer Harro loswerden, doch keines der umliegenden Tierheime wollte den lieben Hundesenior, der mittlerweile 11 Jahre alt war, aufnehmen. Eine unserer Hundeausführerinnen machte uns auf Harros Schicksal in Bayern aufmerksam, wir nahmen Kontakt zum Verein Chow in Not e.V. auf und boten an, Harro aufzunehmen.
Der liebe Rüde erfuhr bei uns zum ersten Mal in seinem Leben, was Spaziergänge, Schmusestunden und generell Zuwendung und die Achtung seiner Bedürfnisse sind. Seine Ausführerin kümmerte sich liebevoll um ihn und wahrscheinlich hatte er bei uns – obwohl wir ein Tierheim sind und die Hunde ja auch nur in Zwingern leben – die beste Zeit seines Lebens. Etwas über ein halbes Jahr wohnte Harro bei uns, bis es ihm plötzlich immer schlechter ging. Leider hatte er keine Chance mehr gegen den Krebs und konnte heute nur noch – 12-jährig – erlöst werden. Wir sind unendlich traurig – Harro war so ein lieber Knuddelbär, ein Schatz, dem wir nichts mehr als ein liebevolles Zuhause und einen schönen Lebensabend gegönnt hätten. Doch leider war das Tierheim sein letztes Zuhause. Ganz herzlich möchten wir seiner Ausführerin und Patin für ihr Engagement und ihre Fürsorge danken.