Selbstwert und Achtung

Selbstwert und AchtungWas kann Selbstwertgefühl mit der Achtung vor anderen Lebewesen zu tun haben?

Die Familientherapeutin Virgina Satir (1916 – 1988) hat in ihrer Arbeit den besonderen Stellenwert der Selbstachtung für das Leben betont.

Jemand mit hohem Selbstwert wisse, »dass er etwas bedeutet und dass die Welt ein kleines Stückchen reicher ist, weil er da ist« und »weil er sich selbst wertschätzt, kann er auch den Wert seiner Mitmenschen wahrnehmen und achten». Enttäuschungen sieht er als »Krisen des Augenblicks«, aus denen er »heil wieder auftauchen kann«.

Erleben Menschen mit dauerhaft geringer Selbstachtung eine Niederlage, können sie erheblich unter Druck geraten, der sich auch in destruktivem Verhalten sich selbst oder anderen gegenüber Entlastung suchen kann.

Satir war überzeugt, dass das Gefühl von Selbstwert erlernt wird durch Erfahrungen und Botschaften aus der Umwelt. Selbstwert kann in jedem Alter (neu) gelernt werden, da jederzeit neue Erfahrungen gemacht werden können!

Ob eine Bemerkung selbstwertsteigernd und abwertend ankommt, hat auch mit Stimme und Gesichtsausdruck zu tun. »Schön, dass Du den Müll hinaus gebracht hast.« Ehrliche Freude und Anerkennung? Oder schwingt im Ausdruck »sonst tust Du ja nie was« mit?

Satir sah als selbstwertfördernd eine Atmosphäre, in der »individuelle Verschiedenheiten geschätzt sind«, »Fehler toleriert werden«, »man offen miteinander spricht« und »es bewegliche Regeln gibt«.

Was hat das alles nun mit Tierschutz zu tun?

Demnach können alle im Umgang miteinander dazu beitragen, das Maß an echtem Selbstwert zu steigern und insgesamt friedvolles Verhalten wahrscheinlicher zu machen. Denn destruktives Verhalten vor dem Hintergrund geringer Selbstachtung trifft sicher in hohem Maße neben anderen Menschen auch Tiere.

Alle Zitate aus: Selbstwert und Kommunikation. Virginia Satir, 1975.


 
Nicole Ernst

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