Am 18. Juli nahm unsere Pause am Mittag einen ungewöhnlichen Verlauf. Nachdem wir einige Meter mit unseren Hunden gegangen waren, sahen wir auf einem Parkplatz einen kleinen Igel, der einen desorientierten und hilflosen Eindruck machte. Rasch haben wir gehandelt – einer passte auf den Igel auf, einer holte Auto und Karton.
Der Kleine wurde gleich in den Karton gesetzt. Mitarbeiter eines anliegenden Unternehmens berichteten, den kleinen Igel bereits am Tag zuvor tagsüber alleine gesehen und ihn mit Katzenfutter versorgt zu haben. Von dem Futter bekam der Kleine noch etwas in den Karton. Mittlerweile hatten wir Frau Schnappat telefonisch erreicht, die sofort half und uns zu einer Igel-Fachfrau begleitete, die von ihr bereits informiert worden war. Großen Dank hierfür!
Diese untersuchte und ein Glück: das Igelchen, bzw. das kleine Igelmädchen, war gerade mal 4 Wochen alt, aber dem Eindruck nach gesund. Es hat aufgrund von Beobachtungen und Auffindesituation mit großer Sicherheit den Anschluss an seine Familie verloren. Alleine hätte es weder Wasser noch Futter finden können und wäre gestorben … Die Spezialistin riet dringend, bei ähnlichen Beobachtungen nicht lange mit dem Aufnehmen zu warten. Trauriger Beleg: ein kleiner Igel war von Anwohnern von Sonntag bis Mittwoch beobachtet worden – ihm konnte sie nicht mehr helfen.
Es fügte sich ganz wunderbar: Die Fachfrau hatte bereits 2 junge Igel bei sich. Dort kam auch »unsere« Kleine hin – und kaum sah sie die anderen Igel rannte sie zu Ihnen und kuschelte sich an!
Noch ein Tipp von der Fachfrau: Wird ein Igel aufgegriffen, möglichst weiteres Herausnehmen, Umsetzen usw. vermeiden – der Stress kann für die Tiere lebensbedrohlich sein.
Nach wenigen Wochen war es soweit: Das gerettete Igelmädchen, nun mit Namen Agnes, hatte sich toll entwickelt und wurde im Garten von Ulrike Schnappat in die Freiheit entlassen. Dort steht ein Igelhaus, in das wir Agnes gesetzt haben. In der ersten Nacht blieb sie noch im Haus, am nächsten Abend aber machte sie sich auf den Weg – um doch zum Schlafen zurück zu kehren und ein wenig des ausgelegten Futters zu knabbern. Vielleicht bleibt sie ja in der Nähe? «
Nicole Ernst