Sie haben sich entschlossen, einer Katze aus dem Tierheim eine Chance zu geben? Herzlichen Glückwunsch! Hier wartet nämlich eine bunte Auswahl an Stubentigern darauf, ihr Herz zu erobern! Damit alles glatt geht, ein paar Erklärungen, die die Entscheidung erleichtern sollen, ob es nun ein Katzenkind oder ein Salonlöwe sein wird (Foto Kater Shawn).
- Die Tiere, die unter den Tierheimbedingungen am wenigsten leiden, sind unsere Katzenkinder. Sie kommen mit dem Lärm der Hunde, den verschiedenen Menschen und dem eingesperrt sein gut zu Recht. Die meisten sind kleine Kobolde, die den lieben langen Tag abwechselnd spielen, fressen, schlafen und schmusen möchten. Diese Wünsche können auch erfüllt werden, da viele ehrenamtliche Menschen, zusätzlich zum Personal, die Rasselbande betreuen.
- Selbst eine gesundheitliche Beeinträchtigung, wie z.B. ein fehlendes Auge, motorische Störungen oder ein verkürztes Schwänzchen hindern die Menschen nicht daran, sich in die Kleinen zu verlieben.
Das ist bei den erwachsenen Samtpfoten leider anders! Ein etwas höheres Alter oder ein gesundheitliches Handicap sorgt oftmals dafür, dass diese Tiere Langzeitinsassen werden. Warum haben es erwachsene Katzen so schwer?
Auch Erwachsene und ältere Katzen (älter als 10 Jahre) fügen sich oft problemlos in neue Familien ein. Denn die Natur hat Katzen zu wahren Anpassungs- und Überlebenskünstlern gemacht!
Der Mensch muss diesen Tieren nur eine Chance geben und evtl. eine etwas längere Eingewöhnungszeit in Kauf nehmen. Mit Geduld und Ruhe ist das aber zu schaffen.
Für uns Tierheimmitarbeiter ist es besonders traurig mit anzusehen, wie die Tiere, die bislang ein gutes Zuhause hatten, hier sitzen und leiden. Sie sind sehr unglücklich und präsentieren sich deshalb entsprechend schlecht. Sie wollen oft gar keinen Kontakt zu Fremden, weil sie darauf warten, diesen für sie so schrecklichen Ort wieder verlassen zu können, um in ihr gewohntes Umfeld zurückzukehren. Dass sie ausgesetzt wurden oder Frauchen oder Herrchen verstarb oder sie hier abgegeben wurden, weil sich ihre Menschen getrennt haben, das wissen die verstörten Tiere nicht. Sie warten geduldig darauf, ihre Menschen wieder zu sehen. Doch anstelle vertrauter Stimmen flanieren fremde Leute an den Boxen entlang. Und da sich die verängstigten Katzen oft verstecken, werden sie nicht gesehen. Das bedeutet, die Tiere, die ein gutes Zuhause am nötigsten hätten, bleiben am längsten hier sitzen.
Die Katzen, die gleich um die Beine der Interessenten streichen, werden bemerkt und der Mensch fühlt sich gut, weil er glaubt, die Katze habe ihn ausgewählt! Bitte seien Sie nicht enttäuscht, aber das stimmt meistens nicht. Diese zugänglichen Miezen streichen jedermann um die Beine. Ihnen geht es gut und sie suchen Kontakt, um viele Streicheleinheiten zu ergattern. Was auch völlig legitim ist! Oft sind diese Katzen gute Gefährten für Anfänger in der Katzenhaltung, da sie zeigen was sie brauchen.
Aber was ist mit den Fellnasen, die sich nicht zeigen? Haben sie einen schlechteren Charakter oder kein Interesse an Menschen? Nein, das Gegenteil ist der Fall! Diese Tiere springen nur nicht jedem auf den Schoß und lassen sich auch nicht von jedem streicheln. Ihr Vertrauen und ihre Zuneigung muss man sich erst verdienen!
Aber es lohnt sich, denn heutzutage werden Katzen bei guter Pflege und medizinischer Versorgung bis zu 20 Jahre alt. Ist es da nicht traurig, dass Fellnasen, die älter als 5 Jahre sind, als schwer vermittelbar gelten?
Da hier im Tierheim alle Katzen betreut werden, ist der Charakter der einzelnen Tiere gut bekannt. Wir wissen deshalb auch, welche Katze in einen turbulenten Haushalt mit Kindern passt, oder welche eine gute Gesellschafterin für ältere Samtpfoten-Liebhaber abgeben würde.
Daher unsere Bitte: Schildern Sie uns ehrlich Ihre Lebensumstände, damit ein passendes Tier vorgeschlagen werden kann. Und riskieren Sie auch mal einen 2. Blick auf die erwachsenen Tiere! Selbst die fauchenden Exemplare sind nicht so biestig, wie sie sich darstellen. Sie sind eher verstört und unglücklich. Ein neues Zuhause hat aus diesen Tieren schon oft wieder glückliche, anhängliche Schmusekatzen gemacht! Deshalb freuen wir uns, wenn es Menschen gibt, die schon Erfahrung haben und sich trauen, eine verängstigte Katze aufzunehmen, selbst wenn sie sich im Augenblick noch nicht berühren lassen will.
Also, bringen Sie etwas Zeit für eine ausführliche Beratung bei Ihrem Tierheimbesuch mit oder auch die Bereitschaft, ein 2. oder sogar mehrere Male wiederzukommen, wenn die Entscheidung schwer fällt. Denn es geht ja um ein neues Familienmitglied, mit dem man künftig einen großen Teil des Lebensweges gemeinsam geht! Da sollte nichts überstürzt werden.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch. Ihr Katzenvermittlungsteam