Rettung in letzter Minute

image_033Fünf Wochen war es schon her, dass Maya entlaufen war – ihre Besitzer hatten die Hoffnung die Hündin wiederzufinden fast schon aufgegeben. Sie hatten Maya während ihres Urlaubs Bekannten anvertraut, die aber leider nicht gut genug auf sie aufgepasst hatten. Nur dank des Hinweises eines jungen Mannes – Johannes Mäsgen – konnte die scheue Hündin nun am letzten Donnerstag nach dieser langen Zeit mitten in Bonn gefunden werden!

Herr Mäsgen fährt täglich mit der Bahn die Strecke Bonn-Tannenbusch zur Arbeit und sah plötzlich zwischen den Schienen der Bundesbahn und der Stadtbahn an der Lärmschutzwand einen Hund liegen. Er dachte er träume, da er noch so verschlafen war. Doch zwei Tage später sah er an der gleichen Stelle morgens den weiss-braunen Hund wieder, und als er auf seiner Rückfahrt abends noch immer dort zu sehen war, stieg Herr Mäsgen kurzerhand an der Stadtbahnstation am Tierheim aus und informierte dort das Personal und Ehrenamtliche. Er erzählte, dass sicherlich Hunderte weitere Menschen, die in seiner Bahn oder einer der anderen Bahnen saßen, diesen Hund gesehen hatten. Doch niemand hatte dies gemeldet oder gehandelt! Deswegen waren die Tierschützer diesem jungen Mann unendlich dankbar und fuhren direkt zusammen mit ihm los, um nach dem Hund zu schauen. Dieser reagierte panisch als er die Menschen, die sich ihm und seiner Lagerstelle näherten, erblickte. Doch schnell erkannte man, dass es sich bei diesem absolut abgemagerten und ausgemergelten Hund um Maya handelte. Eine Hündin, die vor fünf Wochen entlaufen war und deren Beschreibung und Foto von ihren Besitzern ans schwarze Brett im Tierheim gehängt worden waren. Also wurden diese angerufen und kamen auch sofort. Als sie entlang der Dorngebüsche und meterhohen Brennesseln an den Bahngleisen liefen und den Namen ihrer Hündin riefen, kam diese plötzlich eingeschüchtert, aber schwanzwedelnd zum Vorschein und ließ sich einfangen. Was war die Freude auf beiden Seiten groß! Maya hatte trotz der letzten fünf Wochen, in denen sie offensichtlich kaum etwas zu fressen und wahrscheinlich wegen des heißen Wetters auch fast nichts zu trinken gefunden hatte, diese lange Zeit zum Glück unbeschadet überstanden.

Wären doch nur mehr Leute so geistesgegenwärtig gewesen wie Johannes Mäsgen, hätte Maya vielleicht schon viel eher gerettet werden können. Schade, dass so viele Menschen immer wegschauen, wenn ein Mensch oder ein Tier in Not ist und sich nicht darum kümmern, um ja nicht Umstände auf sich zu nehmen. Deswegen ist es umso schöner, wenn – wie im Falle von Maya – ein junger Mann selbstlos reagiert und dadurch ein Hund wieder in sein Zuhause zurückkehren konnte.

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