Frederik (Altdeutscher Schäferhund)

Frederik kam über das Amt zu uns ins Tierheim. Er war mit anderen Tieren aus einer Wohnung herausgeholt worden und hatte bereits ein Leben mit mehreren Vorbesitzern hinter sich. Da er sich stark territorial verhält, und es auch ernst meint, kann er nur zu Menschen mit viel Hundeerfahrung vermittelt werden. Wir ziehen ihm über eine sogenannte Muzzle-Box – eine Öffnung im Zaun, durch die Frederik seinen Kopf steckt – einen Maulkorb an, damit das Zusammensein unkomplizierter und vor allem immer sicher erfolgen kann. Frederik ist an den Maulkorb gewöhnt und trägt ihn anstandslos.

An der Leine läuft Frederik gut und ist auch nach Sympathie mit Artgenossen verträglich. Er sollte jedoch als Einzelhund vermittelt werden, da sein Sozialverhalten im direkten Kontakt sehr hysterisch und kontrollierend ist. Frederik ist ein typischer Schäferhund, der Grundkommandos perfekt beherrscht und sich sehr gelehrig zeigt. Er kann auch lustig sein und dann wild spielen. Doch der hübsche Altdeutsche Schäferhund-Rüde braucht einiges an Zeit, um Menschen absolut zu vertrauen. Sich fallen zu lassen fällt ihm schwer. Denn Frederik ist immer in Sorge um sich, und kann – wenn dieses Vertrauen noch nicht da ist – bei Berührungen oder Manipulationen an sich, wie zum Beispiel beim Geschirr anziehen, beißen. Rassetypisch verhält er sich auch sehr wachsam. Leider hat Frederik – auch rassebedingt – Hüftgelenksdysplasie.

Wir wissen, wie schwierig es sein wird, für den hübschen Rüden die richtigen Menschen zu finden: Sie sollten sehr erfahren sein, keine Kinder haben und für Frederik Training und im Umgang das Tragen eines Maulkorbs als unabdingbare Voraussetzungen für eine Adoption akzeptieren. Hat er eine Beziehung aufgebaut und gelernt zu vertrauen und Verantwortung abzugeben, wird er bestimmt ein treuer und anhänglicher Begleiter werden. Wir wünschen Frederik so sehr, dass er eines Tages zeigen darf, wie viel positives Potential in ihm steckt!

Update September 2024:
Frederik hat sich in den letzten Monaten positiv entwickelt. Bei seinen Bezugspersonen, die täglich mit ihm arbeiten, ist er sehr aufgeschlossen und verschmust. Von ihnen lässt er sich mittlerweile überall anfassen und hält auch viele für ihn unangenehme Situationen aus, solange alles in Ruhe abläuft. Auf Hektik und Zwang reagiert er weiterhin abwehrend. Seine Überforderung kann er aber jetzt auch z. B. durch Knurren zum Ausdruck bringen, statt direkt auf Angriff zu gehen und zu beißen.
Der Maulkorb bleibt aber weiterhin nötig, da er sich zwar als sehr gelehriger, aber auch sehr eigenständiger Schäferhund zeigt und sich ungern von Sachen abhalten lässt, die er als sehr wichtig erachtet und meint in dem Moment regeln zu wollen. An der Leine geht dies meist noch recht gut, sobald er aber in einem unserer Freiläufe ohne Leine laufen kann, möchte er sich nicht mehr so gern einschränken oder am Pöbeln hindern lassen und zeigt auch seinen Unmut darüber. Wie er sich in einer Wohnung oder einem Haus zeigen würde, ist deshalb schwer einzuschätzen, aber eine kleine enge Wohnung ist für ihn definitiv nicht das richtige. Es braucht Platz, um sich gegenseitig auch mal Raum geben zu können.

RasseAltdeutscher Schäferhund
GeschlechtRüde, chem. kastriert
Geboren20.4.2021
Größeca. 73 cm
Verträglich mit Artgenossen?eher nein, mit Hündinnen nach Sympathie
Katzenverträglich?unbekannt
Verträglich mit anderen Tieren?unbekannt
Autofahren?ja
Alleine bleibennoch nicht
Im Tierheim seit24.08.2023

© Fotos: Elin Osterbrink