Notfall: Maya (Mischling)

Mayas Schicksal ist besonders traurig und geht uns allen sehr nahe: Denn die alte Hündin war jung und unsicher zu uns ins Tierheim aus Bulgarien gekommen, nachdem sie im städtischen Auffanglager in Sofia – traumatisiert vom Hundefänger – gesessen hatte. Maya war in ein liebevolles Zuhause in der Nähe von Bonn gezogen, wo sie 7 Jahre lebte, bevor sie nun zusammen mit drei weiteren Hunden – alle aus unserem Tierheim – zu uns zurückkam. Denn ihr geliebtes Frauchen ist sehr schwer erkrankt und kann sich nicht mehr um ihre Hunde kümmern. Es bricht uns das Herz zu sehen, wie Maya mit dem Stress im Tierheim und ihrem Dasein im Tierheimzwinger nach diesen 7 Jahren, in denen es ihr so gut ging, überfordert ist und trauert.

Ihr ehemaliges Frauchen schreibt: „Maya ist die Ängstliche von den Vieren, sie mag kein Gewitter und Silvester, dann versteckt sie sich im Keller. Sie ist aber ein kleiner sturer Schatz, kann auch lustig sein und brüllt Laute von sich, wenn Sie happy ist. Sie liebt es in der Sonne zu liegen oder dort, wo sie das Tor bewachen kann. Sie hasst den Postboten und hat Angst vor schlagenden Autotüren oder dem Hufschlag eines Pferdes. Maya ist zu Hause glücklich, wenn sie in der Garderobe liegt, denn das ist hier ihr kleines Häuschen, wo sie sich auf ihre Decke zurückzieht. Sie braucht nicht viel und ist sehr genügsam und manchmal stur, wenn sie nicht raus will. Regen mag sie auch nicht. Couch schon und ihre Streicheleinheiten fordert sie freundlich ein, aber ignoriert auch, wenn sie nicht gekrault werden will. Dann zieht sie sich zurück. Ein tolles Mädchen, was gar nicht weiß wieviel Kraft sie hat. Sie schläft gerne und viel, eher ein gemütlicher Hund.“

Grundsätzlich ist Maya kein ängstlicher Hund. Doch nach wie vor ist sie traumatisiert in Bezug auf das Laufen an der Leine. So läuft sie eine Zeit lang mit, geht es aber dahin, wo sie nicht hin möchte, wirft sie sich blitzschnell auf den Boden, reckt alle vier Beine in die Luft und „ergibt sich“. Wahrscheinlich erinnert sie der Zug am Halsband an das Einfangen und Strangulieren mit dem Fangstab durch den Hundefänger. Die liebe Hündin ist mit Situationen, die neu für sie sind oder schlechte Erinnerungen hervorrufen, einfach überfordert. Bedrängt man sie dann zu sehr, schnappt sie vorsichtig nach einem, jedoch immer mit Hemmung, das heißt, sie „sagt“ sozusagen nur „bitte lass mich und zwing mich nicht“. Maya ist eine Seele von Hund und eine große Persönlichkeit. Bei uns ist die sensible Maya zusammen mit ihrer Freundin Luzzy in einem Zwinger, mit der sie ihr Zuhause teilte. Maya kann sehr gerne zu liebevollen Menschen zusammen mit Luzzy oder zu einem anderen Hund vermittelt werden. Kinder in der Familie sollten im Jugendlichenalter sein., damit sie durch Geräusche nicht zu viel Stress hat. Wir wünschen uns so sehr, dass Maya schnell wieder aus dem Tierheim herauskommt und ihren Lebensabend bei einfühlsamen Menschen mit viel Zeit in einem ländlich gelegenen Zuhause verbringen darf. Es sollte ein eingezäunter Garten vorhanden sein, damit Maya selbst entscheiden kann, ob sie an dem Tag spazieren gehen möchte oder den Garten stattdessen bevorzugt.

Fotos: Lenja Horn

RasseMischling
Geschlechtkastrierte Hündin
Geboren11/2012
Größeca. 54 cm
Verträglich mit Artgenossen?ja
Katzenverträglich?unbekannt
Verträglich mit anderen Tieren?unbekannt
Autofahren?ja
Alleine bleibennoch nicht
Im Tierheim seit12.1.2023