Notfall: Holly (Herdenschutzhund-Mix)

Gnadenplatz mit Hundeerfahrung gesucht!
Unsere Holly ist bald 2,5 Jahre bei uns und hat in den letzten Wochen stark abgebaut. Sie sieht nicht mehr gut, hört nicht mehr gut und auf Grund ihres Alters (10) und einem entbehrungsreichen Lebens auf der Straße hat sie starke Arthrose, gefolgt von Spondylosen und schlechten Hüften. Sie bekommt eine maximale Schmerztherapie.
Leider mag Holly einfach nicht jeden Menschen und ist Herdenschutzhund durch und durch, weshalb eine Vermittlung sehr schwer ist. Ein langsames Kennenlernen mit vielen Besuchen und definitiv Erfahrung im Umgang mit (Herdenschutz-)Hunden muss gegeben sein.
Auf Grund ihrer Gebrechen und weil sie nicht verträglich ist, kommt auch nur ein ebenerdiges Zuhause als Einzelhund in Frage. Eine Vermittlung auf eine Pflegestelle wäre auch möglich.
Vielleicht findet sich ja irgendwo die Nadel im Heuhaufen, denn Hollys letzter Platz soll keinesfalls das Tierheim bleiben.
Einmal ihr Herz erobert, hat sie zwar trotzdem noch einen dicken Kopf und einen sehr eigenen Willen, aber ist sie verschmust und durchaus eine lustige Partnerin. Möhren und Gurken sind für sie das Highlight, wobei auch ihre Begeisterung für Futter und Leckereien langsam schwindet. Wer sich vorstellen kann, Holly ein letztes Heim zu geben, egal, wie lange dies noch sein wird (aktuelle Blutwerte sind hervorragend), kann sich gerne an hunde@tierheimbonn.de wenden.
Wir geben die Hoffnung nicht auf!!!

Hollys Vorstellungstext:

Holly ist eine gestandene Herdenschutzhündin, die sich über jede menschliche Ansprache und Zuwendung freut. An der Leine geht Holly gut, aber natürlich ist sie kraftvoll und besitzt auch Temperament, wenn dies auch wegen ihres mittleren Alters gemäßigt ist. Sie saß lange Zeit in Seslavci, dem Tierheim der Stadt Sofia, ohne eine Chance, dort jemals wieder lebendig herauszukommen.

Bei Menschen zeigt Holly sich nach einem Kennenlernen in der Regel freundlich und verschmust. Sie mag es auch sehr gebürstet zu werden. Man sollte jedoch trotzdem grundsätzlich vorsichtig sein, denn hinterm Zaun bei bestimmten Menschen oder auch beim Tierarzt demonstriert sie, dass sie eine selbstbewusste Hündin ist, die gern eigenständige Entscheidungen trifft und nicht alles und jeden akzeptiert. Vermutlich wird sie im künftigen Zuhause äußerst gut auf dieses und „ihre“ Menschen aufpassen. Grundsätzlich zeigt Holly sich bei uns aber brav im Umgang. Andere Hunde mag sie gar nicht, auf dem Spaziergang sind ihr jedoch ihre Artgenossen egal. Wird sie angepöbelt, bellt sie zwar zurück, sucht aber nicht von sich aus Streit, sofern ihre Artgenossen ihr nicht zu nah kommen. In Bulgarien saß Holly mit vielen anderen Hunden zusammen in einem Auslauf, was aber nicht heißt, dass sie deshalb verträglich ist. Sie sollte als Einzelhund in ihr neues Zuhause ziehen. Dieses sollte eher ländlich gelegen und ebenerdig sein. Ideal wäre für Holly natürlich ein Haus oder eine Wohnung im Erdgeschoss mit eingezäuntem Garten, in dem sie sich frei bewegen und liegen kann. Wichtig bei Hollys Vermittlung ist, dass ihre Menschen ihr natürliches Verhalten als Herdenschutzhund verstehen, dies aber nur bis zu einem gewissen Grad zulassen, denn die Entscheidungen (zum Beispiel, ob Besuch kommen darf oder nicht) sollten grundsätzlich immer noch Hollys Menschen treffen, nicht sie selbst. Da Holly sich manchmal auf dem Spaziergang hinlegt und sie auch bisweilen humpelt, ließen wir sie röntgen: Sie hat Spondylosen im Rücken, ihre Hüftgelenke sitzen nicht tief genug in den Pfannen und sie hat altersentsprechend Arthrose in den Schultern. Holly ist eben eine ältere Hündin, deren Knochengerüst starke Verschleißerscheinungen aufweist. Daher erhält sie bei uns auch ein Schmerzmittel. Im Auto mitzufahren findet Holly toll.

Herdenschutzhunde-erfahrene Menschen ohne Kinder könnten der verschmusten Holly ein schönes Zuhause geben.

Rasse Herdenschutzhund-Mix
Geschlecht kastrierte Hündin
Geboren 8/2012
Größe 66 cm
Verträglich mit Artgenossen? nach Sympathie
Katzenverträglich? unbekannt
Verträglich mit anderen Tieren? unbekannt
Autofahren? ja
Alleine bleiben? noch nicht
Im Tierheim seit 14.6.2020

© Fotos: Julia Reiners und Sophie Felser