Tierschutz Bonn u. Umgebung e.V.
Tierheim Albert Schweitzer

Tiervermittlung Katzen Hunde Kleintiere

Notfall: Fienchen (Englische Bulldogge-Mix)

Fienchen ist eine Prinzessin im Körper eines kleinen Panzers. Und diese Mischung spiegelt sich absolut in Ihrem Verhalten wider. Sie kam 2015 im Alter von etwa vier Monaten als Abgabehund zu uns ins Tierheim. Ihr Besitzer hatte sie übers Internet von einer Autobahnraststätte mit gebrochenem Schwanz gekauft und im Anschluss bei uns abgegeben, da er in seiner Wohnung keinen Hund halten durfte. Ihre Vorgeschichte und Herkunft liegen demnach im Ungewissen. Sie war bis auf Ihren gebrochenen Schwanz (der schon verheilt war) und eine  massive Schuppenbildung (die sie nach wie vor hat) ein putzmunterer, frecher, kleiner Welpe.

Fienchen wurde von uns nach dem Tierarztprogramm als Zweithund zu einem lieben Ehepaar vermittelt. Dort lebte sie sich schnell ein und übernahm auch sehr schnell die Führung in ihrem neuen Reich – sowohl den Menschen als auch dem Hund gegenüber. Zu ihrem dominanten Verhalten gesellten sich vor der Kastration noch massive Hormonschwankungen, welche ihre Erziehung nicht leichter machten. So kam es relativ früh schon zu einem leichten Beißvorfall, in dem Fiene während ihrer prämenstruellen Phase, geplagt von Launen während dieser Zeit, verdeutlichen wollte, wer der Chef im Hause ist. Fienchen wurde daraufhin kastriert, doch ab diesem Vorfall kam leider die Angst bei ihren Menschen ins Spiel. Sie lebte weitere vier Jahre (ohne Vorfall) in ihrem Zuhause und zwar als absolute Prinzessin auf der Erbse. Fiene kam, der Mensch ging weg. Fiene kam, der Mensch warf Leckerchen, um ihr nicht zu nahe zu kommen. Fiene durfte alles. Irgendwann wollte sie auch nicht mehr angefasst werden und erst recht nicht zum Spaziergang angeleint werden. Besuch begrüßte sie immer freundlich und ließ sich je nach „Selbstbewusstsein“ der Person auch zurechtweisen (beim Anspringen etc.). Nachbarskinder wurden immer freundlichst empfangen und auch jetzt bei uns freut Fienchen sich noch auffällig, wenn sie Kinder sieht. Nichtsdestotrotz würden wir sie nicht in einen Haushalt mit Kindern vermittelt. Leider kam es nach vier Jahren erneut zu einem Beißvorfall, welcher ihre Besitzer dazu veranlasste sie schweren Herzens abzugeben. Ein Trainer war bislang allerdings nicht eingeschaltet worden und ein Versuch mit einem Maulkorb war gescheitert. Fienchens Hundekumpel war ein halbes Jahr, bevor sie wieder zu uns kam, verstorben, somit lag nun ihre gesamte Aufmerksamkeit auf ihren Besitzern. Diese hatten einfach Angst vor ihr.

Bei uns zeigte sich Fiene wie folgt: Die ersten Tage war sie ein Häufchen Elend. Voller Angst, am ganzen Körper zitternd, lag sie in ihrem Zwinger, bewegte sich keinen Zentimeter und machte so gar keinen aggressiven Eindruck. Es war jedoch auch kein Herankommen an sie. Alles an Leckerchen wurde verschmäht (obwohl sie sehr stark übergewichtig zu uns kam und man sich wunderte, dass sie nicht fressen wollte). Nach ein paar Tagen schaffte es eine Pflegerin sie zu sich zu locken und sie anzuleinen. Kaum draußen, war Fiene eine andere. Von Minute zu Minute sah man ihr Selbstbewusstsein zurückkommen. Sie wurde fröhlich, spielte Bällchen und freute sich nach und nach über immer mehr Menschen, die sich ihr zuwandten. Im Laufe der Tage kamen aber auch ganz unterschwellig die ersten Versuche. ihre Position der herrschenden Prinzessin wieder zu gewinnen. Mit kleinen „ich setze mich mal hier auf deinen Fuß“ oder „ich spring dich da mal an“ -Versuchen fing sie an uns zu testen. Gut war, dass sie direkt die Ablehnung ihres Verhaltens akzeptierte. So konnte man üben und Fienchen versuchte es auch immer weniger. Ein Maulkorbtraining wurde erfolgreich begonnen und wird weitergeführt. Da Fienchen das Geschirr an- und ausziehen nicht so toll findet, hat sie zur Zeit dauerhaft ein Geschirr an. Auch hier ist gut zu sehen: Fiene warnt vor und beißt nicht direkt zu. Ihre Besitzer konnten dies leider nicht so ganz deuten und sagten uns „es kam aus dem Nichts“. Wer Fiene beobachtet, sieht aber, dass sie sehr genau anzeigt, wenn sie etwas unbehaglich findet. Alles in allem sind wir trainingstechnisch auf einem sehr guten Weg und suchen nun ambitionierte Menschen, die Lust haben, der kleinen Kampfprinzessin die Stirn zu bieten und ihr zu zeigen, dass ein Zusammenleben nicht nur ein Kampf um den Thron sein muss. Der Maulkorb wird ein ständiger Begleiter werden, auf dies muss man sich einfach einstellen. Auch ist Fienchen eher ein Einzelhund. Sie spielt gerne mit dem Ball und genießt es sich streicheln zu lassen. Fienchen ist stubenrein und fährt gerne im Auto mit.  Stundenweise kann sie gut alleine bleiben. Leider ist Fienchen auch gesundheitlich nicht so ganz unbelastet. Sie hat einige Rücken- und Hüftbeschwerden, welche durch Schmerzmittel im Griff zu halten sind, jedoch nicht behoben werden können. Dies heißt, sie sollte möglichst wenig Treppen gehen und herumspringen. Da sie allgemein keine Marathonläuferin ist, fällt ihr dies nicht schwer. Ihre starke Schuppenbildung wird durch Stress verstärkt und wird einen genetischen Hintergrund haben. Es gibt aber Möglichkeiten, zumindest etwas Einfluss darauf zu nehmen.

Welche Bulldoggenfans mit viel Erfahrung könnten Prinzessin Fienchen ein Zuhause schenken?

Rasse Englische Bulldogge-Mix
Geschlecht kastrierte Hündin
Geboren 8/2015
Größe 39 cm
Verträglich mit Artgenossen? nach Sympathie, Vermittlung als Einzelhund
Katzenverträglich? kennt Katzen, jagt sie aber gern
Verträglich mit anderen Tieren? unbekannt
Autofahren? ja
Alleine bleiben? ja
Im Tierheim seit 17.2.2020

© Fotos: Magnus Neuhaus


  

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